Unterdiessen – Wie verschlägt es eine Mannschaft des selbsternannten „Weltpokalbesieger-Besiegers“ FC St. Pauli (die Wortschöpfung ging im Februar 2002 nach dem 2:1 in der Bundesliga gegen den FC Bayern München um die Welt) aufs kleine Dorf Unterdiessen? Wieso bestreitet die siebte Mannschaft des aktuellen Zweitligisten im Landkreis Landsberg ein Einlagespiel zum 60. Geburtstag der Gastgeber? Zwei Fragen, die am Samstag beim „Fuchstal-Pokal“ immer wieder gestellt wurden. Die Antwort ist ganz einfach: Sie heißt Adrian Büchelmaier.

Der 37-jährige Fußballer ist im Nachbarort Dornstetten aufgewachsen (da leben seine Eltern noch) und hat von 2009 bis 2020 für den SV Unterdiessen gespielt, bevor es ihn vor sechs Jahren beruflich nach Hamburg verschlug und er beim „Kiezclub“ anheuerte.

Da alte Liebe bekanntlich auch im Fußball nicht rostet, „immer noch eine enge Verbundenheit zum SVU besteht und hier alles Freunde von mir sind“, überlegte sich der „Bayer in Hamburg“ ein besonderes Geburtstagsgeschenk, das bei SVU-Chef Thomas Mann bestens ankam: nämlich das Einlagespiel unter der Leitung der Fuchstaler Schiedsrichter-Legende Helmut Fabian (im Erling-Haaland-Dress) gegen die Unterdiessener AH („fürs richtige Turnier sind wir schon zu alt“), das der Kreisligist aus Hamburg mit 2:1 gewann. Und so den selbst gekauften und mitgebrachten Siegerpokal wieder mit nach Hause nehmen durfte.

15 Paulianer verbrachten das Wochenende in Unterdiessen. Sie schliefen in der Turnhalle, kehrten im „Zapfenwirt“-Biergarten ein und hatten viel Spaß mit den alten Kameraden. Büchelmaier: „Wir leben und fühlen St. Pauli, spielen aber nicht nur Fußball, sondern tun auch was für gute Zwecke. Und wir mögen coole Aktionen.“ Der Ausflug des Wahl-Hamburgers an seine Landsberger Wurzeln war mit Sicherheit eine davon …